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Bäume pflanzen

Das Pflanzen der Baumsetzlinge ist ein wichtiger Meilenstein der Aufforstungsarbeiten. Mit Freude und Begeisterung pflanzen für uns zehntausende von Menschen Setzlinge. Je sorgfältiger sie gepflanzt werden, desto grösser ist die Überlebenschance.

Aufforstungen nützen dem Klima und sind für uns auch von wirtschaftlichem Nutzen.Ms. Letus Girmay

Viel Vorbereitung für den grossen Tag

Eine der Voraussetzungen für gutes Wachstum der Baumsetzlinge nach der Pflanzung ist die seriöse Vorbereitung der Aufforstungsgebiete. Da die Setzlinge nach der Pflanzung nicht bewässert werden können, müssen am Berg entsprechende Vorkehrungen als «Wasser-Reserven» gebaut werden. Es sind dies grosse Wassergräben, Teiche und sehr grosse Pflanzlöcher. In diesen wird während der Regenzeit möglichst viel Wasser gespeichert, das dann während der Trockenzeit den Setzlingen das Überleben ermöglicht. Zudem müssen Verbauungen gebaut werden, um Abrutschungen, Steinschlag, Runen und Schlammlawinen während der Regenzeit zu verhindern. Zu diesem Zweck werden Terrassen und Stutzwälle aus Stein oder Erde gebaut. Im Fachjargon nennt man diese Arbeiten

‚Soil and Water Conservation‘.

Diese Vorbereitungsarbeiten beginnen – je nach Region und Einsetzen der Regenzeit – in der Regel im Januar und müssen bis zu Pflanzbeginn im Juni-Juli abgeschlossen sein.  Diese Arbeiten werden von ganzen Dorfgemeinschaften ausgeführt. Typischerweise mit einem grossen Anteil von Fronarbeit (jeder Bauer muss jährlich 20 Tage Arbeit für die Dorfgemeinschaft leisten). Wenn die Bewirtschaftung des Waldes einer Jugendgruppe übertragen wird, stehen die Arbeiten unter ihrer Leitung. Um fachliche korrekte Arbeit und Qualität der Verbauungen sicher zu stellen, werden Experten der lokalen Landwirtschaftsbüros beigezogen.

Vorbereitungsarbeiten für Aufforstungen: Terrassierung mit Wassergräben und Pflanzlöchern
Vorbereitungsarbeiten für Aufforstungen: Wassergräben (Micro-Pond)
Vorbereitungsarbeiten für Aufforstungen: Pflanzlöcher

Transport

Der zweite Schritt für erfolgreiche Pflanztage ist der Transport der Setzlinge von der Baumschule zu den Aufforstungsgebieten. Weil die Baumschulen in der Nähe von ganzjährigen Wasserquellen sein müssen, kann die Distanz zum Aufforstungsgebiet mehrere Kilometer betragen. Auch sind die Aufforstungsgebiete vielfach nur schlecht erschlossen, somit ist der Transport mit Fahrzeugen nur auf einem Teil der Strecke möglich. Und so hilft wiederum die ganze Dorfgemeinschaft mit, unmittelbar vor der Regenzeit die Setzlinge in Depots in der Nähe der Aufforstungen zu bringen. Die erste Strecke erfolgt der Transport mit Fahrzeugen auf Strassen, dann mit Eseln und die letzte Strecke auf dem Rücken (oder Kopf) von Menschen. Fahrzeuge für den Setzlings Transport werden teilweise und falls vorhanden von lokalen Geschäften zur Verfügung gestellt. Auch Frauen, welche von uns im Rahmen des Eselprojektes mit Eseln beschenkt wurden, setzen hier ihre Esel ein und helfen mit.

Pflanztage

Zu Beginn der Regenzeit werden Pflanztage bestimmt, während derer Dorfgemeinschaften nun die im Depot bereit liegenden Setzlinge pflanzen. Unter der Leitung der verantwortlichen Frauengruppe, Jugendgruppe oder Forstgenossenschaften wird diese wichtige und gemeinschaftsbildende und -prägende Arbeit in Angriff genommen. Experten des örtlichen Landwirtschaftsbüros überwachen, dass die Setzlinge mit der notwendigen Sorgfalt gepflanzt werden, nicht zu tief aber auch nicht zu hoch, mit etwas Humus unten und wenn möglich mit etwas Steinen auf der Pflanzscheibe. So haben die Setzlinge gute Chancen, bis zum Ende der Regenzeit Wurzeln zu schlagen, anzuwachsen, und damit die Trockenzeit unbeschadet zu überleben. Dank grosser Erfahrung und grosser Sorgfalt ist die Überlebensrate in unseren Projekten durchschnittlich um die 80%, natürlich auch abhängig wie lange die Regenzeit dauert und wie viel Regen fällt.

Das ganze Dorf kommt zum Aufforstungstag und holt Setzlinge vom Pflanzdepot.

Unser Beitrag

Für die Aufforstungen unterstützen wir – nebst der Setzlingsproduktion –  insbesondere die Vorbereitungsarbeiten mit der Finanzierung von Gerätschaften wie Schaufeln, Pickeln und sonstigem Material, welche für die Erstellung der Vorbereitungsarbeiten am Berg erforderlich sind. Zudem bezahlen wir den Beteiligten einen Anteil Lohn, der Grossteil der Arbeiten wird jedoch als Freiwilligenarbeit geleistet. Auch den Transport der Setzling mit Lastwagen und Pickups unterstützen wir, je nach lokalen Gegebenheiten, finanziell. Wir legen grossen Wert darauf, dass einige Monate nach der Pflanzung die Überlebensrate durch Zählung erfasst wird. Die hierfür benötigen Experten werden von uns bezahlt.

Hier können sie unsere Projekte und die Menschen in Äthiopien mit Ihrer Spende unterstützen. Danke für Ihren Beitrag!